Interessengruppen im Domainbusiness

Um zu verstehen wie das Domainbusiness funktioniert, muss man wissen, welche unterschiedlichen Interessengruppen es gibt. Denn wie in jeder anderen Branche, gibt es unterschiedliche Absichten der einzelnen Teilnehmer und Verbände.

Unternehmen, Vereine, Privatpersonen

Unternehmen, Vereine aber auch Privatpersonen, die sich im Internet präsentieren wollen, sichern sich meistens ihren Namen als Domain. So gewährleisten sie, dass sie im Internet gefunden werden und es zu keiner Verwechslung kommen kann. Gibt es darüber hinaus keine besonderen Ambitionen Domains zu besitzen, kommt diese Gruppe erst mit dem Domainhandel in Berührung, wenn der Firmen- Vereins- oder Nachname schon vergeben ist. Dann gibt es 3 Möglichkeiten:

  • Freie Alternativen: Der einfachste und günstigste Weg, der vor allem bei Privatpersonen oft die geeignetste Lösung darstellt, ist es, sich nach einer freien Alternative umzusehen.
  • Domainhandel: Ist man bereit für die optimale Domain Geld auszugeben, sollte man versuchen mit dem Besitzer der Domain in Kontakt zu treten und anfragen, ob die Domain zum Verkauf steht.
  • Rechtliche Maßnahmen: Vor allem bei Firmen besteht die Möglichkeit den Besitz der Domain einzuklagen, wenn der eigene Name eine gewisse Bekanntheit besitzt und der Großteil der User sich nach Eingabe des Domain-Namens die Webseite der Firma oder die eines Produktes der Firma erwarten.

Domain-Vergabestellen und Registrare

Domain-Vergabestellen wie VeriSign, DENIC oder nic.at sind für den technischen Betrieb der Domains unter ihrer TLD zuständig und sind vollständig unabhängig voneinander. Die Registrierung von Domains wird jedoch nicht von allen Vergabestellen ermöglicht, diese Aufgabe übernehmen, durch die Vergabestellen akkreditierte Registrare, denen meist Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden um automatisierte Domain-Transaktionen in Echtzeit im Kundenauftrag durchführen zu können. Registrare bieten oft zusätzliche Dienstleistungen, wie Webhosting, MySQL-Datenbanken oder E-Mail-Postfächer.

Domainhändler, Broker und Anleger

Es gibt keine festgelegte Berufsdefinition oder Bezeichnung für Domainhändler (Weitere mögliche Bezeichnungen sind Domainvermarkter, Domainmakler oder kurz Domainer), die Geschäftsgrundlage ist jedoch die aktive Teilnahme am Domainmarkt durch Kauf oder Neuregistrierung von Domains um sie mit Gewinn wieder zu verkaufen oder zu vermieten. Durch die große Wertsteigerung von Domains, werden sie auch als Wertanlage für Anleger und Investoren interessant.

Info: Ein bekannter Name unter den Domainhändler ist Rick Schwartz, der im Juni 2009 mit seinem Candy.com-Verkauf (3 Millionen Dollar und 15 Jahre Lizenzgebühren in Höhe von 2% aus dem Bruttogewinn) in den Schlagzeilen war.

Domain-Dienstleister

Es gibt eine Vielzahl an Dienstleistungen, die speziell für Domains angeboten werden. Dazu gehören:

  • Vermittlung von Domains: Domainbroker vermitteln Domains im Kundenauftrag und erhalten eine Provision für diese Dienstleistung.
  • Gutachtenerstellung und Bewertung: Da Domains sehr schwierig zu bewerten sind, weil keine einheitlichen, allgemeingültigen Verfahren für die Wert-Einschätzung existieren, gibt es einen großen Markt für Domaingutachter.
  • Rechtsberatung und Vertretung: Auf Domains spezialisierte Rechtsanwälte profitieren von der unklaren Situation im Domain-Recht.
  • Transfer und Treuhandservice: Da es beim Transfer von Domains zu technischen Schwierigkeiten kommen kann und die Transaktion ein gewisses Risiko birgt, können Domain-Transferservice-Anbieter als Schnittstelle zwischen Käufer und Verkäufer fungieren.