Domainkategorisierung – Welche Arten von Domains gibt es

Domains besitzen verschiedene Eigenschaften und Merkmale, die sie für unterschiedliche Personengruppen interessant machen. Das lässt sie in mehrere Klassen einteilen, welche im Folgenden betrachtet werden.

Gattungsdomains

Als Gattungsdomains werden Domains bezeichnet, deren SLD aus einem generischen Begriff besteht, die eine Gattung von Sachen oder Rechten benennt. Sie können beschreibend für ganze Unternehmensgegenstände sein und haben unter Umständen eine hohe Imagewirkung. Je nach Relevanz des Begriffs für das Internet und der, mehr oder minder, dazu passenden TLD können diese Domains eine gewisse Anzahl an Type-In-Besuchern aufweisen. Type-In-Traffic kann als gezielte Werbemaßnahme für Firmen, Produkte oder Internet-Projekte dienen.

Es gibt eine große Anzahl an bekannten Unternehmen, die beschreibende Domains besitzen, um sie entweder direkt auf den eigenen Webauftritt weiterzuleiten, oder um durch eigens erstellte Projekte zusätzliche Kundenschichten anzusprechen.

Gattungsdomains sind die größte und wichtigste Klasse für den Domainhandel und aufgrund mehrerer gerichtlichen Urteile mittlerweile grundsätzlich rechtlich abgesichert.

Beispiele: Auto.de, Suchmaschine.com, Sport.at

Markennamen

Mit Markennamen findet im Wesentlichen kein Handel statt, da vor allem bei bekannten internationalen Marken, wie zum Beispiel Microsoft, Google, Toyota oder PlayStation, die entsprechenden Unternehmen und Produkte unter der jeweiligen Domain vom User erwartet werden und deshalb die Gesetzgebung eindeutig ist. Es gibt jedoch eine große Anzahl an eingetragenen Marken, bei denen es zu Überschneidungen von Interessen kommen kann und deren Wertigkeit nicht auf den ersten Blick eindeutig ist. Ebenfalls unklar ist die rechtliche Situation bei Marken, die aus einem oder mehreren generischen Begriffen bestehen. Diese Fälle müssen oft von Gerichten geklärt werden.

Beispiele: Microsoft.de, Google.com, Toyota.at

Personennamen

Nachnamen-Domains besitzen eine gewisse Beliebtheit bei Personen, die den entsprechenden Nachnamen führen. Für den Handel sind sie deshalb interessant, da es bei Namen wie Huber oder Meier eine große Anzahl an Menschen oder Firmen gibt, die damit angesprochen werden. Namen wie Bauer, Müller oder Zimmermann sind gleichzeitig Berufsbezeichnungen, während Vogel, Wolf oder Stein zusätzlich beschreibende Begriffe sind.

Im Allgemeinen sieht die Rechtssprechung dabei vor, dass der Inhaber einer solchen Nachnamen-Domain eine Person mit diesem Zuname sein soll. Gibt es mehrere gleichwertige Ansprüche, so gehört die Domain demjenigen, der sie zuerst registriert hat. Besitzt eine Person oder Firma im Gegensatz zum Domain-Inhaber eine gewisse Bekanntheit, besteht die Möglichkeit die Domain einzuklagen.

Beispiele: Huber.de, MichaelJackson.com, Johanna.at

Kunstbegriffe

Da ein Großteil der generischen Domains mittlerweile vergeben ist, benutzen viele Internet-Projekte Kunstbegriffe. Besonders mit der Entstehung sozialer Netzwerke entwickelten sich ganz eigene Schreibweisen. Generische Begriffe mit Pre- oder Suffixen wie 24, 247, 360, 365, i oder my schaffen zusätzliche Ausweichmöglichkeiten. Diese – durch die Beliebtheit bekannter Projekte entstandene – Akzeptanz von Kunstbegriffen, macht sie auch für Domainhändler interessant.

Beispiele: Yahoo.de, MySpace.com, Sport24.at

Vertipperdomains

Bei Vertipperdomains handelt es sich um falsch geschriebene Domains populärer Webseiten, bekannter Marken (Markenvertipper) oder beschreibender Begriffe (generische Vertipper), die durch fehlerhafte Usereingaben Type-In Traffic erhalten.

Eine nachhaltige Domain-Strategie sieht vor, neben den wichtigsten TLDs auch die häufigsten Vertipper für seine Webprojekte zu registrieren, um Besucherschwund zu vermeiden. Google besitzt z.B. neben der Domain Google.com auch die Tippfehler-Domains Googel.com, Gogle.com und Gooogle.com.

Da durch gezieltes Domainparking ohne viel Aufwand weit mehr als die jährliche Domaingebühr verdient werden kann und im Gegensatz zu Markenvertippern keine Abmahnung durch die Marken-Inhaber zu erwarten sind, sind generische Vertipper für den Domainhandel interessant. Morgage.com, ein Vertipper des der Domain Mortage.com (Englisch für Hypothek), konnte 242.400 Dollar im Verkauf erzielen.

Beispiele: Goggle.de, Morgage.com, Sprot.at

Kurze Domains

Ein kurzer Domain-Name lässt sich einfach merken und schnell in den Browser tippen. Es gibt 17.576 Möglichkeiten eine Domain aus drei Buchstaben unter einer bestimmten TLD zu bilden, 676 bei zwei und 26 bei nur einem Buchstaben. Diese Knappheit macht kurze Domains attraktiv für den Domainhandel. Unter mehreren TLDs, wie .de oder .com, sind alle ein-, zwei- und dreistelligen Domains mittlerweile vergeben. Zusätzlich zu Buchstaben können auch Zahlen und Bindestriche im Domain-Namen vorkommen, das erhöht die mögliche Anzahl, senkt jedoch die Qualität der Domain, wenn keine sinnvolle Kombination (wie z.B. bei MP3) dabei entsteht.

Beispiele: abc.de, hp.com, mp3.at

Domains mit History

Viele Domains wechseln häufig den Besitzer und werden für unterschiedliche Zwecke verwendet. Im Internet gibt es Dienste, wie zum Beispiel die Wayback Machine von Archive.org, die diese Domain-History protokollieren und zugänglich machen.

Es gibt unterschiedliche Ursachen, wieso Domains die projektiert waren, wieder frei werden. Webseiten, die für Werbekampagnen erstellt wurden besitzen oft eine bestimmte Laufzeit und werden nach Ablauf dieser Zeit wieder aus dem Internet genommen. Oft werden Domains von den Providern freigegeben, da die jährliche Domaingebühr nicht bezahlt wurde.

Interessant sind diese Domains wenn sie bei Suchmaschinen noch eine gewisse Bedeutung besitzen. Einerseits kann es sein, dass sie von Google oder anderen Suchmaschinen, gesperrt wurden, da ihre bisherige Verwendung eine Verletzung bestimmter Richtlinien oder Grundsätze der jeweiligen Betreiber darstellte, andererseits können noch immer Hyperlinks von anderen Webseiten zur Domain existieren und sie dadurch einen messbaren PageRank besitzen. Diese Domains sind attraktiv für Suchmaschinenoptimierung, da sie möglicherweise schon sehr gut ranken oder sehr einfach wieder in das Ranking der Suchmaschine zu bringen sind.