Wie lassen sich Domains bewerten

Im Vergleich zur Bewertung von Immobilien oder Autos, fehlen bei der Bewertung von Domains entscheidende, messbare Kriterien, die eine zuverlässige Wertanalyse ermöglichen. Während die Faktoren Modell, Marke oder Baujahr bei Autos, in einem geregelten Verfahren preislich beurteilbar sind, ist die Wertveränderung durch Domainlänge, TLD oder Domainalter bei der Domainbewertung nur schwer erfassbar. Es gibt für diese Faktoren keine festgelegten Preislisten, aus denen sich der Wert ermitteln lässt.

Üblicherweise wird der Wert von Domains anhand von Bewertungsfaktoren geschätzt, es gibt jedoch auch andere Bewertungsmodelle die häufig zum Einsatz kommen.

Bewertungsmodelle

Obwohl der Domainmarkt, im Unterschied zum Immobilienmarkt, noch relativ jung ist und deshalb Erfahrungswerte fehlen, kommen bei Domains Bewertungsmodelle zum Einsatz, die sich an denen zur Bewertung von Immobilien orientieren. Entscheidend ist, dass die Kriterien dabei neu gereiht, angepasst und beurteilt werden.

  • Vergleichswertverfahren
    Der Nachteil bei der, auf bestimmten Faktoren basierenden Bewertung liegt darin, dass Domains zu unterschiedlich sind um sie in einem einheitlichen System zu charakterisieren. Dies wird belegt durch die schlechten Ergebnisse automatischer Bewertungssysteme, die auf diesen starren Modellen basieren. Einen weitaus besseren Ansatz liefern sogenannte Vergleichswertverfahren bei denen die Bewertung aufgrund von veröffentlichten Domain-Verkaufspreisen stattfindet. Eine ausreichende Anzahl an Vergleichswerten ist dabei ein entscheidendes Kriterium für die Qualität der Bewertung. Durch dieses Verfahren wird es möglich einen Marktwert zu ermitteln.
  • Ertragswertverfahren
    Beim Ertragswertverfahren wird bestimmt, welchen Nutzen ein Unternehmen aus einer Domain ziehen kann. Der Preis ergibt sich aus dem Mehrwert den die Domain für das Unternehmen bietet. Dies kann einerseits der Werbewert der Domain sein, aber andererseits auch welcher Überschuss sich durch die Domain voraussichtlich erwirtschaften lässt (z.B. durch Type-In-Besucher). Nachteil bei dieser Methode ist, dass diese Werte nicht immer messbar sind. Deshalb kann das Ertragswertverfahren nur auf Domains angewendet werden bei denen entsprechende Daten auch verfügbar sind.

Achtung: Der Wert einer Domain lässt sich nicht auf einen bestimmten Wert festlegen. Selbst bei Gutachten, die einen genauen Schätzwert liefern, sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Eher lassen sich Domains in Wertkategorien einordnen und auch hier nur, wenn man zusätzlich eine bestimmte Käuferschicht spezifiziert, da Domains aus vielen Gründen für unterschiedliche Personen von Interesse sein können. Mit einem standardisiertem Verfahren lässt sich nicht auf jedes mögliche Klientel eingehen.